Im Jahr 1980 fand zum letzten Mal die europaweite Übertragung des Neujahrsgottesdienstes statt. Im selben Jahr wurde die Tradition begründet, diesen Übertragungsgottesdienst jeweils am Pfingstfest durchzuführen. 1980 war dieser Gottesdienst mit einer internationalen Apostelversammlung verbunden; dies machte es möglich, dass am Mittwoch vor Pfingsten die Apostel Hepp und Laubscher in Hildesheim den Gottesdienst hielten. Zum adventlichen Chorsingen für Gäste konnten 1983 mehr als 120 Gäste begrüßt werden, insgesamt besuchten in diesem Jahr rund 400 Gäste die speziell für sie gestalteten Gottesdienste und Musikveranstaltungen in der Gemeinde – derartige Zahlen waren in den 70er und 80er Jahren nicht ungewöhnlich, wurden aber in den folgenden Jahrzehnten bis heute nicht mehr erreicht. Am Samstag, dem 16. November 1985, dem Vortag eines Stammapostelgottesdienstes in Hannover, besuchte Stammapostel Urwyler in Begleitung unseres Bezirksapostels Steinweg, der Apostel Tansahtikno und Vowak sowie des Bezirksapostels i. R. Tiedt Hildesheim, wo er in unserer Kirche vom Kinderchor des Ältestenbezirks Hildesheim mit Liedvorträgen erfreut wurde. Viele Gemeindemitglieder konnten dabei sein; einige hatten eine unvergessliche Begegnung mit diesem Stammapostel, dessen außergewöhnlich liebevolles Wesen in Erinnerung bleibt. Am 8. Mai 1986 empfing der langjährige Vorsteher der großen Gemeinde Hildesheim, Walter Ludwigkeit, das Evanglistenamt. In diesem Gottesdienst wurden 33 Seelen versiegelt, darunter etliche asylsuchende Menschen, die aus afrikanischen und asiatischen Ländern, besonders zahlreich aus Sri Lanka, nach Deutschland gekommen waren. In den 80er Jahren wurde auch in unserer Gemeinde viel Mühe und Zeit investiert, um diesen Menschen unseren Glauben näher zu bringen. 1986 fanden in Hildesheim fünf spezielle Gottesdienste für ausländische Geschwister und Gäste statt, Ende des Jahres konnte unser tamilischer Diakon Nadaraja Amarasingam ordiniert werden. Bei seinem letzten Besuch in Niedersachsen ordinierte Stammapostel Urwyler, der im weiteren Verlauf des Jahres schwer erkrankte, im Januar 1987 den Apostel Wilfried Klingler. Nachdem er in Begleitung des Bezirksapostels zum Konfirmationsgottesdienst sowie zu einer Ämterstunde, einem Jugendgottesdienst und einem Sängertreffen im Laufe des Jahres einige Male in Hildesheim gewesen war, hielt dieser seinen ersten Gottesdienst in unserer Gemeinde am 8. November 1987. Im Mai 1988 ordinierte Stammapostel Urwyler den schon im Vorjahr als Stammapostelhelfer beauftragten Richard Fehr als seinen Nachfolger im Stammapostelamt. Ein weiteres besonderes Ereignis in diesem Jahr war der gemeinsame Jugendtag für die Jugendlichen der Bezirke Niedersachsen und Berlin in West-Berlin (damals ahnte noch niemand etwas von der deutschen Wiedervereinigung im darauffolgenden Jahr). 1989 wurde für die drei- bis sechsjährigen Kinder die „Vorsonntagsschule“ eingerichtet, die sich bis heute bewährt hat. In diesem Jahr wurden zwei Hildesheimer Priester als Vorsteher für die Nachbargemeinden Bodenburg und Schellerten beauftragt. Dieser Vorgang wiederholte sich in den folgenden zehn Jahren, als weitere Hildesheimer Priester als Vorsteher in die Gemeinden Nordstemmen und Elze gesandt wurden. Schließlich wurde 1989 noch unser Bischof Kurt Krysewski zur Ruhe gesetzt, der den Ältestenbezirk Hildesheim mit seiner Weisheit, Einsatzbereitschaft und Geradlinigkeit in besonderer Weise geprägt hat. 1990 wurde der Pfingstgottesdienst des Stammapostels erstmalig in Bild und Ton europaweit übertragen. Am Ende dieses Jahres musste der Bezirksälteste Martin Eyselée aus gesundheitlichen Gründen – im Alter von nur 57 Jahren – zur Ruhe gesetzt werden. Der Bezirksapostel beauftragte zunächst den Bischof Kurt Eisenblätter aus Hannover mit der Leitung des Bezirks Hildesheim. 1991 gab es einen besonderen Höhepunkt der Öffentlichkeitsarbeit in unserer Gemeinde bzw. unserem Bezirk: Nachdem viel eingeladen und am vorangehenden Samstag noch ein „Einladungssingen“ in der Hildesheimer Fußgängerzone durchgeführt worden war, wurde am Freitag, dem 14. Juni 1991, durch einen Chor aus dem Bezirk Hildesheim und ein Orchester aus Hannover ein festliches Konzert in der Sporthalle Hildesheim durchgeführt, an dem etwa 2.300 Besucher, darunter mehr als 1.000 Gäste, teilnahmen. 1992 fand der Jugendtag des Apostelbezirks Niedersachsen im Ältestenbezirk Hildesheim, nämlich in der Rattenfängerhalle in Hameln, statt. An diesem Tag ordinierte Bezirksapostel Steinweg den bisherigen Bezirksevangelisten Achim Burchard als Bezirksältesten und beauftragte ihn mit der Leitung des Bezirks Hildesheim. Wenig später wurde der Bezirksevangelist Helmut Müller zur Ruhe gesetzt, im Januar 1993 wurde der Bezirksevangelist Klaus Hagemann ordiniert. Am 25. April 1993 ging eine Ära für die Gemeinde Hildesheim zu Ende: Der langjährige Vorsteher, Evangelist Walter Ludwigkeit, wurde in den Ruhestand versetzt. Sein
unermüdlicher Eifer, seine Demut und Liebe und Opferbereitschaft sind unvergessen. Ein Beispiel: Mit dem
von ihm gestifteten Kleinbus („Kirchenbus“) wurden noch lange nach seiner aktiven Zeit alte Geschwister
zum Gottesdienst abgeholt und wieder nach Hause gefahren. Einige Monate später endete eine weitere Ära,
diesmal für den ganzen Apostelbezirk: Der hoch geschätzte Bezirksapostel Arno Steinweg wurde 73jährig zur
Ruhe gesetzt, Stammapostel Fehr ordinierte Bezirksapostel Wilfried Klingler als Nachfolger, Apostel Achim
Burchard (unseren vorherigen Ältesten, der zunächst Bezirksvorsteher blieb) und Bischof Edmund Stegmaier.
Am Silvesterabend 1993 kam Bezirksapostel Klingler erstmalig im neuen Amt in unsere Gemeinde und
gab ihr, nachdem der Bezirksevangelist Klaus Hagemann acht Monate zuvor vorübergehend als Vorsteher
seiner Heimatgemeinde Hildesheim beauftragt worden war, eine neue Leitung: Er ordinierte den recht jungen Hirten Rainer Golembek, beauftragte ihn als Vorsteher und stellte ihm den erfahrenen (60jährigen) Evangelisten Günter Jerschke zur Seite. 1994 wurde auch die Leitung des Bezirks in neue Hände gelegt: Apostel Burchard wurde entlastet, als der Bezirksälteste Klaus Hagemann ordiniert und mit der Leitung des Bezirks beauftragt wurde, an seiner Seite dienten die Bezirksevangelisten Heinrich Hiddessen, Klaus Meyer und (neu ordiniert) Michael Stauch. Ebenfalls 1994 fand der erste Übertragungsgottesdienst in Hildesheim statt, den Bezirksapostel Klingler durchführte. Schließlich wurde in diesem Jahr auch noch der Apostel Edmund Stegmaier ordiniert, der nun auch „unser“ Apostel wurde, während Apostel Burchard – neben der Arbeit in einigen Missionsgebieten – nur noch in den hannoverschen Bezirken tätig war. Innerhalb kurzer Zeit hatte es damit in allen Amtsstufen von der Gemeindeleitung bis zum Bezirksapostel Veränderungen gegeben. In den 90er Jahren gab es unter den Hildesheimer Priestern mehrere „Missionare“, die zur Verbreitung des Evangeliums nach Russland (insbesondere in die Gemeinden Kaluga, Obninsk, Dworzi, Brjansk, Orjol) bzw. auf die Malediven reisten. Außerdem fanden in den 90er Jahren zahlreiche Busreisen (nach London, Wien, Paris, Prag, Polen, Irland und Rom) statt, die jeweils ein sehr schönes Gemeinschaftserleben ermöglichten und vom Diakon Jens Ludwigkeit organisiert waren, der auch stets als Busfahrer zur Verfügung stand. In dieser Zeit wurde ein neues Konzept für die Jugendarbeit umgesetzt (neben neuen inhaltlichen Akzenten wurde die Jugendstunde vom Sonntag Abend in die Woche verlegt) und die Seniorenarbeit intensiviert, für die seitdem in Hildesheim der (damals noch aktive, inzwischen im Ruhestand befindliche) Priester Manfred Quante verantwortlich ist. Eine weitere Neuerung gab Stammapostel Fehr anlässlich eines Übertragungsgottesdienstes ende 1997 bekannt: Ab Januar 1998 sollten am Sonntag Nachmittag keine Gottesdienste mehr stattfinden. Im Laufe des Jahres 1998 erhielt unsere Kirche in Hildesheim einen Anbau. Mit viel Eigenleistung wurde ein Mehrzweckraum mit integrierter Küche angebaut, der insbesondere für die Jugendarbeit, aber auch für andere Gemeinschaftsaktivitäten genutzt werden sollte. Schon 1999, im Jahr des 100jährigen Gemeindejubiläums, wurde dieser viel genutzt. Das Jubiläumsjahr begann am Neujahrsmorgen mit einem Gottesdienst des Bezirksapostels Klingler, in dem dieser den Evangelisten Günter Jerschke, der die Altersgrenze erreicht hatte, zur Ruhe setzte und der Gemeinde den 100. Psalm als Grußwort für dieses besondere Jahr mit auf den Weg gab. Einige Monate später konnte die entstandene Lücke wieder geschlossen werden, als dem Hirten Golembek der neu ordinierte Evangelist Henning Pawlik als Mitglied der Gemeindeleitung an die Seite gestellt wurde. Das Jubiläumsjahr war durch weitere besondere Höhepunkte geprägt: Es fand ein „Multimedia-Konzert“ des Jugendchores im Audimax der Universität Hildesheim statt, ein Sommerfest, zu dem alle auffindbaren „Ehemaligen“ der Gemeinde eingeladen waren, der offizielle „Festakt“ im September, ein Konzert des „Festchores“ aus dem Bezirk Hildesheim und des Orchesters der Bezirke Braunschweig und Hildesheim in der „Halle 39“ in Hildesheim sowie als „krönender Höhepunkt“ im Oktober ein Gottesdienst mit Stammapostel Fehr, der von Hildesheim aus in die Gemeinden Mitteldeutschlands übertragen wurde. Am Ende des Jubiläumsjahres und damit zum Eintritt in das neue Jahrtausend hatte die Gemeinde Hildesheim 615 Mitglieder (von denen am Sonntag durchschnittlich 270 im Gottesdienst waren), die von einem Hirten, einem Evangelisten, acht Priestern und ca. 30 Diakonen und Unterdiakonen betreut wurden. Der Ältestenbezirk Hildesheim bestand zu diesem Zeitpunkt aus 21 Gemeinden.