Kirchenkunst

Wir sind alle Kinder des Lichts …

(1. Thessalonicher 5)

Die sieben Fensterschlitze der Kirche erlauben eine erste Assoziation; die Symbolzahl sieben steht in der biblischen Überlieferung für die sieben Schöpfungstage.

"Die Erde war wüst und leer, und es lag Finsternis auf der Tiefe; und der Geist schwebte über den Wassern. Und Gott sprach: "Es werde Licht"! Und es wurde Licht. Und Gott sah, dass das Licht gut war; da schied Gott das Licht von der Finsternis. Und Gott nannte das Licht Tag, und die Finsternis nannte er Nacht. Und es wurde Abend, und es wurde Morgen." (1. Mose 1, 2-5)

Das Glasgemälde liest sich von links nach rechts. Links sehen wir auf die Dunkelheit und Leere, auf das Blau des Wassers. Blau steht für Glauben und unerschütterliche Treue. Nun sieht man von rechts oben die Sonnenstrahlen einfallen, der erste Tag beginnt, das Symbol für einen Neuanfang und Beginn des Lebens. Das Licht der Sonne ist die stärkste Energie, sie bündelt alle Lichtfarben zusammen zu einem hellen Licht (additive Farbmischung). Die Summe aller Farben ist weißes Licht. Christus sagt, dass er das Licht der Welt ist und das Kleid Gottes ist Licht. „Bei dir ist die Quelle des Lebens. In deinem Licht, o Gott, sehen wir das Licht.“ (Psalm 36)

Ein vertikaler Streifen in der Glaskunst hebt sich in hellem Gelb hervor, dieser steht für Christus. Die anderen Sonnenstrahlen stehen für das Apostelamt. Ich beziehe mich hierbei auf die Erläuterung des Erfinders des Logos der NAK, Edwin Hilsky, von 1948. Hier ist die aufgehende Sonne mit 12 Sonnenstrahlen zu sehen, die symbolisch für die 12 Apostel stehen. Die 10 Schattenstrahlen werden hier gedeutet als das göttliche Grundgesetz, die zehn Gebote.

Tobias Kammerer M.A.

 

Tobias Kammerer M.A.

ÜBER MICH

„Malerei ist für mich die Möglichkeit etwas zu erklären, was ich nicht weiß, aber fühle. Eine Art Ausbruch innerer Urkraft und Material gewordener Energie. Diese Kraft schöpft aus der ureigenen Phantasie, aus dem Drang, Neues zu schaffen. Dabei reizt es mich, sich weder von formalen noch von künstlerischen Disziplinen einengen zu lassen. Vielmehr erklärt sich daraus meine Liebe zum Großformat und zur Kunst am Bau. Denn in der Überwindung von Grenzen und Disziplinen liegt für mich das Neuland.

In Zusammenarbeit mit Architekten, Ingenieuren und Handwerkern bin ich bereit, neue Wege zu gehen, solange es nur vorwärts ist. Vorwärts in meinem Bestreben, Harmonie und Fortschritt zu vereinen, und dabei etwas zu schaffen, dass die Kraft hat, verstanden zu werden.“

Tobias Kammerer M.A.

 

Biografie

 

1968 in Rottweil geboren § 1986 – 1992 Studium an der Akademie der bildenden Künste in Wien, Malerei bei Prof. Arik Brauer und Abendakt bei Prof. Josef Mikl § 1987 Arik-Brauer-Preis § 1989 Theodor-Körner-Preis 1990 § 1. Preis für Kunst am Bau, Musik-Service-Centrum, Wien § 1992 Magister Artium, Akademie der bildenden Künste in Wien § 1992 – 1994 Studium an der Akademie der bildenden Künste in Wien, Bildhauerei bei Prof. Bruno Gironcoli § 1992-1993 Lehrauftag an der Höheren Technischen Lehranstalt Baden bei Wien § 1997 Karl-Miescher-Preis, Duisburg 2000 Pontifikatsmedaille, Päpstliche Akademie, Vatikan § 2004 1. Preis für die Glockenzier der Europäischen Friedensglocke für das Straßburger Münster, Frankreich § 2006 Aus-zeichnung des künstlerischen Schaffens durch die Kulturstiftung Rottweil § 2015 Auszeichnung das mit Schülern des Schinkelgymnasium Osnabrück realisierten Denkmals der im 2. Weltkrieg gefallenen Zwangsarbeiter mit den Niedersächsischen Schülerfriedenspreises (2. Rang), Hannover § Lebt und arbeitet seit 2000 auf dem Oberrotenstein bei Rottweil

(Quelle: https://tobias-kammerer.de )

… und er errichtete dort einen Altar …

(1. Mose 33, 20)

Am Altar nehme ich das Thema der Sonnenstrahlen auf und sie bilden den Grundgedanken für die Komposition. Die Sonnenstrahlen gestalten in ihrer Summe den Ort der Verkündigung und des Abendmahls aus. Auch hier hebt sich unter den Stahlen einer hervor, diesmal in goldener Farbe. Er steht wie in der Glaskunst für Christus. Zusammen mit den Aposteln bildet er die Basis der Predigt und der gemeinsamen Mahlfeier.

Tobias Kammerer M.A.

Das Wandkreuz

Das Wandkreuz besteht aus drei Balken und wird zu einem Kreuz. Die Dreiheit in Einem ist ein Hinweis auf die Dreieinigkeit Gottes, Vater, Sohn und Heiliger Geist. Das Kreuz weist auf die Marter Jesu hin, seine Aufopferung für uns und sein Leid. Sein Tod wäre vergebens würde er uns nicht die Auferstehung vorleben, die Vergebung der Sünden und das Ewige Leben verheißen. So sieht man direkt hinter dem Kreuz eine Malerei die beides andeutet. Wie Blutspritzer liegen die roten Farbfelder da. Eine Erinnerung an die linke Seitenwunde Christis, den Schmerz, den Hohn, die Verzweiflung und sein Opfertod. Hingegen steht das österliche Gelb für die Überwindung des Todes, den Neuanfang, den ersten Tag, die Auferstehung. Diese frohe Botschaft ist die tragende und hoffnungsvolle Verheißung, die Christus uns gegeben hat. Die Vision der Auferstehung steht somit hinter dem Kreuz und lässt uns immer wieder Hoffen auf diesen neuen Anfang.

Tobias Kammerer M.A.